Von Stress spricht man, wenn ein
Missverhältnis besteht zwischen äußeren oder inneren Anforderungen einerseits
und „normalen“ persönlichen Verarbeitungsmöglichkeiten andererseits.
Dieses Missverhältnis führt zu einer verstärkten („übernormalen“)
Reaktion, um diese Anforderungen zu bewältigen. Der Endokrinologe Hans Selye
hat als erster den Begriff Stress auf körperliche Vorgänge übertragen und
gilt als eigentlicher Autor des Stress-Konzeptes. Im Laufe mehrerer Jahrzehnte
entwickelte er die Theorie des allgemeinen-Anpassungs-Syndroms (englisch:
general adaptation syndrome – GAS). Das GAS umfasst normalerweise drei
aufeinander abfolgende Phasen:
1. Alarmreaktion (der Körper zeigt Folgen der
Stressoreinwirkungen, die Leistung fällt ab)
Bei den Auswirkungen des Stress
unterschied Selye auf der einen Seite eine stimulierende, anregende Wirkung, die
den Organismus trainiert und die Leistung fördert, er nannte dies „Eustress“
und den schädigenden negativen Einfluss, den er „Distress“ nannte. Selye
ging davon aus, dass individuelle Faktoren darüber entscheiden, welche
Krankheiten sich unter
Diese zunächst einfache und
unspezifische Theorie wurde in den letzten Jahren stark erweitert und
differenziert. Ob Anforderungen als Stress erlebt werden oder nicht, ist von der
persönlichen Bewertung des Einzelnen abhängig. Was für die Eine einen
attraktiven Anreiz oder einen Kick bedeutet, kann für die Andere bereits eine
immense Stress
belastung darstellen.
Stressbewältigung: Welche
Symptome können durch Stress entstehen?
Stress - Symptome können sowohl die
Körperfunktionen wie auch das Denkvermögen, die Gefühle und das Verhalten
beeinflussen. Sind Menschen lang anhaltendem negativen Stress ausgesetzt, kann
dies auch zu
Burnout (Ausgebranntsein)
führen.
Schlafstörungen,
chronische Müdigkeit, Völlegefühl, Magendruck, Herzrasen, erhöhter
Blutdruck, Verspannungen, Kopf- und Rückenschmerzen, Kloßgefühl im Hals,
sexuelle Störungen, kalte Hände, kalte Füße.
Angst,
Gereiztheit, Aggressivität, Apathie, Niedergeschlagenheit, Depression,
Resignation, innere Anspannung und Überlastung, Unsicherheit, Einsamkeit.
Verminderte
Konzentrationsfähigkeit, zunehmende Vergesslichkeit, Probleme Entscheidungen
treffen zu können, Denkblockaden, eingeengte Wahrnehmung, allgemeiner
Leistungsabfall, Fehlerzunahme
Sozialer
Rückzug, Ruhelosigkeit, Gereiztheit gegenüber Anderen, Vermeidungsverhalten,
verstärkter Redefluss, gesteigerter Drogenkonsum (Nikotin, Alkohol, Kaffee),
anderen nicht zuhören können, schnelles Sprechen, Zeichen körperlicher Unruhe
wie Fußtippen, Fingertrommeln und nervöse Gestik
Warum
sind
Stressbewältigung stechniken notwendig?
Da wir heute wissen, dass Stress
eine große Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung vieler
psychosomatischer Krankheitsbilder spielt, ist es sinnvoll und notwendig,
Stressbewältigungstechniken zu erlernen. Stressbewältigung spielt daher eine
Rolle bei der Behandlung bereits bestehender Krankheitssymptome und
Krankheitsbilder, aber auch in der Prophylaxe (Vorbeugung der Entstehung von
Krankheiten) sowie in der Rückfallprophylaxe. Was versteht
man unter
Stressbewältigung
straining
Bei der Stressbewältigung geht es
darum, Techniken und Strategien zu entwickeln, um besser mit belastenden und
Stress verursachenden Bedingungen (Stressoren) umgehen zu können. Zunächst wird ein Überblick
über die negative Seite (Stress und Belastungen) und die positive Seite (Dinge,
die helfen, besser mit Belastungen umgehen zu können) erarbeitet. Beim Blick
auf die private und ggf. auch berufliche Situation geht es darum,
Hauptstressoren herauszuarbeiten. Hierbei werden die individuelle Situation, die
bisherigen Verhaltensweisen und die Denkmuster erfasst. Neben detaillierten
Tages- und Wochenanalysen, bei denen der individuelle Tagesablauf bzw. der
Ablauf der Woche genau betrachtet werden, können zum Beispiel auch
psychologische Testverfahren eingesetzt werden.
Daneben werden individuelle
Schutzfaktoren (projektive Faktoren), d.h. Dinge, die uns helfen, besser mit
Stress umzugehen und uns vor den schädigenden Auswirkungen schützen, und
Kompetenzen (Fähigkeiten) erfasst. Nach dem Herausarbeiten der individuellen
Stressoren sowie der bereits vorhandenen Kompetenzen und Schutzfaktoren lässt
sich ein individuelles
Stressbewältigung
skonzept Wie könnte ein individuelles
Stressbewältigung
skonzept
aussehen?
Stressbewältigung setzt in der
Regel immer an mehreren Ebenen gleichzeitig an.
Veränderungen
an der realen Situation
a. Veränderungen im eigenen Tagesablauf
b. Suche nach realen Entlastungsmöglichkeiten,
zum Beispiel am Arbeitsplatz oder bei Stressbewältigung
durch Veränderung des eigenen Denkens.
Für eine bessere Stressbewältigung
ist es häufig notwendig, dysfunktionale Kognitionen, d. h. nicht angemessene, übertriebene
Denkweisen zu verändern. Im Folgenden sind einige typische dysfunktionale Denkmuster
aufgezählt:
Stressbewältigung
durch Veränderung des eigenen Handelns.
Zwei
Beispiele möglicher
Stressbewältigung
sstrategien:
Stressbewältigung durch den gezielten Einsatz von protektiven
Faktoren (Schutzfaktoren).
Für eine erfolgreiche Stressbewältigung
ist es notwendig, Belastungen zu reduzieren und
Strategien im Umgang mit Belastungen
zu kennen.
Es geht aber auch darum, diesen
stressenden und belastenden Faktoren positive Dinge und
Verhaltensweisen entgegen zu setzen. Diese
nennt man Schutzfaktoren oder protektive
Faktoren. Im Folgenden
finden Sie aufgelistet eine Reihe von Dingen, die sich bei der Stressbewältigung
bewährt haben:
Wann ist
Stressbewältigung nötig und wo kann man sie einsetzen?
Der Einsatz von
Stressbewältigung
stechniken
Die Abteilung
Psychosomatik/Psychotherapie der Wicker-Klinik Bad Wildungen bietet Ihnen im
Rahmen eines stationären Heilverfahrens die Möglichkeit, gemeinsam mit Ihrer
Therapeutin die verursachenden Bedingungen von Stress und Stresssymptomatik zu
analysieren und anschließend Maßnahmen zur Stressbewältigung zu entwickeln
und zu üben. Die Therapie erfolgt sowohl als Einzel- wie auch als
Gruppenverfahren. Hinzu kommen kreativtherapeutische Maßnahmen wie Körper-,
Mal-, Werk- oder Kunsttherapie. Sie haben außerdem die Möglichkeit, ein
Entspannungsverfahren wie Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation
nach Jakobson zu erlernen, um dies aktiv im Alltag anwenden zu können.
Hinzu kommen balneo-physikalische
Maßnahmen zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens wie Massagen, Fango,
allgemeine Gymnastik, Rückenschule und Entspannungsbäder.
Zur weiteren Entlastung und
Unterstützung stehen Ihnen außerdem eine Sozialberaterin und eine Ernährungsberaterin
zur Verfügung. Nachsorge für
Patientinnen und Patienten, die an Stresssymptomen leiden:
Um die Kontinuität der Therapie
zu erreichen, sind wir im Rahmen der Nachsorge bemüht, ambulante Therapiemöglichkeiten,
sofern notwendig, mit einzuleiten. Wir bieten Informationen über Anlaufmöglichkeiten,
die die Patientinnen und Patienten nach der Entlassung für sich nutzen können. Für Patientinnen und Patienten, die über die Rentenversicherung zum stationären Heilverfahren kommen, gibt es die Möglichkeit der intensivierten Rehabilitationsnachsorge (IRENA). Dies ist ein Nachsorgeprogramm, welches der Rentenversicherungsträger in der Nähe des Heimatortes anbietet, um die Therapieziele, die während des stationären Aufenthaltes erarbeitet wurden, im Rahmen der Nachsorge weiter zu festigen.
Wir vertreten in der Klinik im
Bereich der Psychosomatik/Psychotherapie einen ganzheitlichen Therapieansatz,
der die Balance von Körper, Seele und sozialer Situation jedes Einzelnen berücksichtigt.
Wenn Sie noch weitere Fragen
haben, schicken Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an, wir freuen uns auf
Sie.
Ihre Dagmar Rohrer
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unsere Chefärztin im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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Wicker-Klinik Fürst-Friedrich-Straße 2-4 · 34537 Bad
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