Wicker Klinik Bad Wildungen
Abteilung: Neurologie
"Anerkanntes MS-Zentrum" der Deutschen Multiple Sklerose
Gesellschaft
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Wildungen ·
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Project-Magic
Zauberei als Medium in der Therapie
Project-Magic - Entstehung
David
Copperfield erzählt: "Die Inspiration bekam ich durch eine Begegnung mit einem
jungen Magier, mit dem ich monatelang brieflich korrespondierte und der mir
schließlich ein Foto zuschickte. Ich sah erstaunt, dass er im Rollstuhl sitzt,
das hatte er in seinen Briefen nie erwähnt, er hat sich immer nur als Magier
beschrieben" - und daraufhin entwickelte er zusammen mit der Ergotherapeutin
Julie Dejean 1982 das "PROJECT MAGIC" am Daniel Freeman-Rehabilitationszentrum
in Kalifornien mit dem Ziel Menschen mit Handicaps die Zauberkunst nahe zu
bringen und diese in der Therapie zu nutzen.
Project-Magic -
Trickbook
Dafür stellte er 25
Zauberkunststücke zur Verfügung, die in einem Trickbook zusammengestellt wurden
und als Grundlage für das Training dienen. Zu jedem Trick sind die speziellen
notwendigen Fähigkeiten des Ausführenden und auch die Möglichkeiten einer
eventuell notwendigen Anpassung beschrieben.
Gezaubert wird mit einfachen Mitteln wie z.B. Gummibändern, Seilen, Büroklammern
oder Streichhölzern. Menschen mit Handicaps lernen die Kunststücke und führen
sie vor. Damit können sie etwas ausführen, dass nicht jeder kann und somit hebt
sich durch ungeteilte Aufmerksamkeit und den Applaus der Zuschauer ihr
Selbstwertgefühl.
Nebenbei trainieren sie
ihre motorischen, geistig-intellektuellen und sozialen Fähigkeiten. Die
Kunststücke sind so gewählt, dass sie mit geringem Zeitaufwand erlernbar sind,
um möglichst schnell zu Erfolgserlebnissen zu gelangen. Damit haben sie hohen
Aufforderungscharakter und bieten in sich schon einen Motivationsmotor.
Project-Magic -
Der Anfang in Deutschland
1993 flog die jetzige
Vorsitzende Ulrike Musäus nach Kalifornien, um sich am Daniel Freeman Hospital
ausbilden zu lassen. Sie erhielt die Genehmigung, Project-Magic in Europa
einzuführen und damit Zauberer und therapeutisch sowie pädagogisch Tätige
auszubilden, um möglichst vielen Menschen die Teilnahme an dem Projekt zu
ermöglichen. Hierzu wurde das in Amerika entwickelte Trickbook ins Deutsche
übersetzt. Im Jahr darauf unterrichtete Frau Musäus an der Bayerischen
Landesschule für Körperbehinderte in München die ersten Schüler in der Zauberei.
1994 gründete sich der
Verein David Copperfields Project-Magic Deutschland e.V. in Kirchheim bei
München. Er hat als gemeinnützige Organisation das Ziel ein Kommunikationsnetz
zwischen interessierten Patienten, Zauberern, Pädagogen, Ärzten und Therapeuten
auf- und auszubauen, um so die Idee von Project-Magic weiter zu verbreiten.
Die Rolle von David
Copperfield ist in Deutschland auf die Schirmherrschaft beschränkt. Er
unterstützt das Projekt hier, in dem er die teilnehmenden Patienten oder Schüler
in seine Show einlädt, wenn er sich auf Deutschlandtournee befindet. Eine
finanzielle Unterstützung seinerseits gibt es nicht. Der Verein trägt sich durch
die Mitgliedsbeiträge und durch Spenden.
Project-Magic -
Standorte
Inzwischen wird
Project-Magic an 14 verschiedenen Standorten in Deutschland durchgeführt.
Darunter befinden sich Rehabilitationskliniken, Schulen für Körperbehinderte und
Seniorenbegegnungsstätten sowie Praxen für Ergo- und Physiotherapie. Der Verein
hat seit einigen Jahren seinen Sitz im nordhessischen Hemfurth am Edersee. Hier
fand auch im September 07 das erste überregionale Treffen von aktiven
Zaubergruppen statt.
Es trafen sich Projekteilnehmer, Therapeuten, Pädagogen und Zauberer aus
Hamburg, Brandenburg, München, Landstuhl und Cham. Aus Wabern waren vier
Mitglieder aus der Gruppe „Die zauberhaften 6“ der Waberner Wohnstätten mit
ihrem Betreuer nach Hemfurth gekommen.
Frau Musäus sagte
angesichts der regen Teilnahme an dem Treffen: „Als wir 1993 mit einer
Zaubergruppe mit sechs Schülern an der Bayerischen Landesschule für
Körperbehinderte angefangen haben, hätte ich nie gedacht, dass dieses Projekt
mal so groß werden könnte.“
Project-Magic -
Schulungen
Seit etwa 5 Jahren
bilden die beiden Ergotherapeuten Mirko Hönig und Christoph Costabel
Therapeuten, Pädagogen, Ärzte und Zauberer in dem Programm von Project-Magic
aus. In den Schulungen werden zum einen das zauberische Know-How und zum anderen
auch die therapeutische Nutzbarkeit der Kunststücke vermittelt. Die Gestaltung
einer Zaubershow ist ebenfalls ein Lerninhalt. Die beiden Ergotherapeuten waren
an einer in Deutschland erstellten „Trickbook 2“-Ausgabe beteiligt. Hier haben
sie die therapeutische Verwertbarkeit der von einem Zauberer zusammengestellten
Kunststücke analysiert und beschrieben. Mit dem zweiten Buch besteht die
Möglichkeit, auch Kurse für Fortgeschrittene anzubieten. Die darin enthaltenen
Kunststücke sind noch herausfordernder, weil für viele von ihnen eine
Vorbereitung durch bauen und präparieren der Utensilien notwendig ist.
Project-Magic -
Zaubern in der Wicker-Klinik Bad Wildungen
In unregelmäßigen
Abständen lernt auch ein Teil der Patienten der Wicker-Klinik das Zaubern. Zum
Beispiel führten Patienten zu Weihnachten ihren schwerer betroffenen
Mitpatienten Kunststücke vor. Dazu wurde die Eingangshalle der Ergotherapie
komplett leer geräumt und mit Stühlen und einer kleinen Bühne bestückt.
Der eine ließ Tücher
verschwinden, der andere zauberte aus dem Nichts Tücher hervor und wiederum eine
andere Patientin ließ Haargummibänder auf unerklärliche Weise über ihre Finger
springen. So verzauberten sie ihr dankbares Publikum.
Zitat
Zum Schluss des Artikels ein Zitat von Mark Twain:
Gib Deine Illusionen
nicht auf. Hast Du sie verloren, so magst Du zwar Dein Dasein fristen, aber
Leben im eigentlichen Sinne kannst Du nicht mehr!
Weitere
Informationen zum
Project-Magic -
gibt es unter
www.project-magic.de oder unter der Telefonnummer 05623 930971
Christoph Costabel
(Stellvertreter der Leitung der Ergotherapie)
Wicker-Klinik Bad Wildungen

Zur
Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw.
Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte
vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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Aktualisiert: Juli 2010
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