Hirntumor
Hirntumor Die gewebliche Feindifferenzierung bei einem Hirntumor („Histologie“) hat dabei entscheidende Aussagekraft für die weitere Prognose und auch das Therapieverfahren. Die Diagnosestellung durch den geschulten Facharzt erfordert eine genaue Diagnostik und auch Kenntnisse der weiteren infrage kommenden Diagnosen (Differentialdiagnose). Dabei ist für die korrekte Diagnostik von einem Hirntumor eine Kenntnis der Erstsymptome äußerst wichtig.
Hirntumor:
Symptome Diese Erstsymptome treten nicht wie oft vermutet als Kopfschmerzen auf, sondern mehrheitlich als plötzliche epileptische Anfälle. Daher muss jeder erstmalige und unerwartete Krampfanfall genau abgeklärt werden! Als weitere Erstsymptome finden sich bei dem Betroffenen auf eine bestimmte Körperregion begrenzte neurologische Störung, wie plötzliche Ungeschicktheit mit der rechten Hand, Nachziehen des linken Beins mit zunehmender Schwäche etc..
Auch
Hirnnervensymptome wie ein herabhängender Mundwinkel und Sprechschwierigkeiten
im Sinne einer so genannten Fazialisparese können Erstsymptome für einen
Hirntumor sein. Gelegentlich bleiben jedoch auch die Symptome sehr diffus und
sind nicht nur für die Angehörigen, sondern auch für die Fachleute
irritierend. Hierzu gehören z.B. Wesensänderungen wie übermäßige
Gereiztheit, vermehrte Abgeschlagenheit, unangepasstes Sozialverhalten. Da die
Größe des Wachstums und die Art von einem Hirntumor entscheidende Bedeutung für
die Überlebenswahrscheinlichkeit haben, ist eine schnelle und exakte Diagnostik
notwendig. Neben der klinisch - neurologischen Untersuchung und dem EEG sollte
daher auch immer eine neuroradiologische Abklärung mittels Computertomographie
oder Kernspintomograhie erfolgen.
Im
Folgenden werden kurz die häufigsten Hirntumor
e dargestellt.
Neuroepithelialer
Hirntumor:
Glioblastom:
Lokalisiert im Großhirn, sehr bösartig. Dieser Hirntumor tritt bevorzugt
zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf und wird mit einer Kombination von
Operation und Bestrahlung und/oder Chemotherapie behandelt. Leider versterben
fast alle Patienten mit einem solchen Hirntumor nach 1-2 Jahren.
Astrozytom:
Hier liegt der Altersgipfel früher (30. bis 40. Lebensjahr), die Symptomatik
ist oft schleichend. Bei frühzeitiger Diagnose und günstiger Lokalisation kann
dieser Hirntumor durch entsprechende Therapie (Operation und Bestrahlung)
geheilt werden.
Oligodendrogliom:
Altershäufigkeit zwischen 35. und 40. Lebensjahr mit überwiegender
Lokalisation im Großhirn. Hierbei handelt es sich meist um einen gutartigen
Hirntumor, die selten in das gesunde Gehirngewebe einwachsen. Heilung oft möglich
durch radikale Operation.
Ependmymom:
Dieser Hirntumor betrifft überwiegend Kinder und Jugendliche, selten
Erwachsene. Sie sind überwiegend gutartig und meistens in der 4. Hirnkammer
oder in der Wirbelsäule lokalisiert.
Medulloblastom: Auch dies ist ein Hirntumor des Kindes- u. Jungend-Alters. Die Lokalisation
dieses Hirntumor ist ungünstig (Kleinhirn und Hirnstamm), überwiegend außerordentlich
bösartiger Hirntumor mit oft nur teilweiser Heilung.
Neurinom:
Weitgehend gutartiger Hirntumor mit häufiger Lokalisation im Kleinhirnbrückenwinkel
im Bereich des Nervus statoakustikus. Erstsymptome: Pfeifen im Ohr, Hörverlust.
Meist durch Operation gut heilbar.
Mesodermaler
Hirntumor: Meningeom: Dieser Hirntumor findet sich entlang des Riechnervens, des Keilbeinflügels und entlang der venösen Blutgefäße. Dieser häufige Hirntumor ist fast immer gutartig und hat bei entsprechender Operation eine sehr gute Prognose.
Ektodermaler
Tumor:
Hypophysenadenom:
Dies ist ein Tumor im Bereich der Hypophyse in der hinteren Schädelgrube, der
oft mit hormonellen Störungen wie Riesenwuchs oder Schildfunktionsstörungen
verbunden ist. Auch dieser kann häufig total operiert werden, oft wird dieser
Hirntumor durch die Nase operiert.
Der
häufigste Tumor im Bereich des Gehirns sind jedoch nicht die oben genannten,
sondern Absiedlungen von anderen Tumoren des menschlichen Körpers, so genannte
Metastasen. Diese treten z.B. auf bei Lungenkrebs, Hautkrebs (Melanom) oder
Nierenkrebs (Hypernephrom). Oft treten sie vielfach auf, überwiegend im Großhirn.
Innerhalb
des Rückenmarks wachsende Tumore führen in unterschiedlichen Teilabständen zu
verschiedenen neurologischen Ausfällen wie Lähmungen, Schmerzen oder
Gleichgewichtsstörungen. Diagnostische Methode der Wahl ist die spinale
Kernspintomographie (spinales MRT) mit hoher Aussagekraft über die Ausdehnung
und Lokalisation dieses Tumors. Die Behandlung von Hirntumor – Patienten in der Rehabilitation erfolgt unter ganzheitlichen Gesichtspunkten und in professioneller Teamarbeit mit Ärzten, Pflege, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Physikalische Therapie, Sozialarbeitern und Psychologen. Die therapeutischen Schwerpunkte sollten sich dabei in erster Linie nach den neurologischen Funktionsstörungen und nicht nach der Art des Tumors richten. Meist ist der Patient mit Hirntumor bei Aufnahme in die Rehabilitation bereits komplett diagnostiziert und neue Erkenntnisse der Diagnostik sind nicht zu erwarten. Durch die heutigen Rahmenbedingungen in den Akutkrankenhäusern und den objektiven Umständen bei einem Hirntumor, z.B. zunehmende Krampfanfälle, Hirndruckzeichen, schneller Operationstermin, häufige Therapietermine mit entsprechendem Therapiedruck ist der Hirntumor - Betroffene oft nur unzureichend aufgeklärt über die Art des Tumors, der verschiedenen Therapiemöglichkeiten und der weitere Prognose. Daher sollte dieser Punkt bereits im ärztlichen Aufnahmegespräch in der Rehabilitation berücksichtigt werden.
Neben
der gründlichen neurologisch klinischen Untersuchung und dem ersten Entwerfen
eines Therapieprogramms in der Rehabilitation ist es für den Hirntumor –
Patienten oft bereits entlastend, ein Gespräch ohne Zeitdruck zu führen und
mit den entsprechenden Möglichkeiten auch Fragen zu stellen. Daher sollte der
Arzt in der Rehabilitation sich bei jedem Hirntumor – Patienten mit der
Aktenlage vertraut machen und sich ggf. fachlich zusätzlich informieren.
Mit
dem Hirntumor – Patienten wird in der Rehabilitation ein individuelles
Therapieprogramm erstellt. Grundsätzlich kann bei dieser Patientengruppe kein
einheitliches Behandlungskonzept wie bei anderen neurologischen Erkrankungen,
z.B.
Multiple Sklerose
oder Schlaganfall,
erstellt werden. Die neurologischen und neuropsychologischen Funktionsausfälle
sind derartig vielgestaltig und unterschiedlich, dass die Therapie in der
Rehabilitation auf jeden Hirntumor – Betroffenen individuell zugeschnitten
sein muss.
Grundsätzlich
lässt sich jedoch folgendes festhalten:
Neben
dem Arzt sollte auch das Pflegepersonal über die Art von einem Hirntumor und
der vorherigen Behandlung gut informiert sein. Dies hat auch praktische
Konsequenzen im Pflegealltag der Rehabilitation und bei Verwendung verschiedener
Hilfsmittel wie z.B. Blasenkatheter oder vorübergehende oder bleibende
Rollstuhlpflichtigkeit.
Die
möglichen motorischen Schädigungen bei Hirntumor – Patienten werden in der
Wicker Klinik Bad Wildungen von den Physiotherapeuten behandelt. Hierbei finden
unterschiedliche Behandlungskonzepte wie z.B. Therapie nach Bobath oder Voijta
Berücksichtigung. Oft findet diese Therapie auch mit Hilfsmitteln wie z.B.
Stehbarren, Treppensteigen etc. statt.
Die
Abteilung Ergotherapie behandelt neben den sensorischen oder motorischen
Defiziten der oberen Extremitäten auch in Zusammenarbeit mit den
Neuropsychologen der Klinik die oft sehr unterschiedlichen kognitiven Defizite
der Hirntumor – Patienten. Hierbei kann es sich um leichte Störungen des
Kurzzeitgedächtnisses oder schwere hirnorganische Psychosyndrome handeln. Die
Einbeziehung der Angehörigen mit entsprechender Aufklärung ist dabei von großer
Wichtigkeit. Selbstverständlich ist die Ergotherapie auch zuständig für die
Beratung von Hilfsmitteln bei Hirntumor – Patienten. Hierzu zählen neben
einfachen Hilfsmitteln wie Toilettensitzerhöhungen, bestimmte Haltegriffe im
Bad auch aufwendigere und kostenintensive Maßnahmen wie z.B. Elektrorollstuhl
oder Treppenlifter. Die genaue Kenntnis der häuslichen Verhältnisse, die
entweder durch persönliche Inspektion oder entsprechende Schilderung des
Betroffenen oder seiner Angehörigen erfolgt, ist dabei Voraussetzung für eine
erfolgreiche Beratung. Diese Hilfsmittelberatung findet jedoch nicht nur
theoretisch, sondern in der Wicker Klinik Bad Wildungen praktisch statt. Zu
nennen sind hier das Wiedererlernen der Fahrtauglichkeit mittels einen
behindertengerechten Pkw’s in Kooperation mit einer Fahrschule vor Ort und
einem Mitarbeiter der Abteilung Ergotherapie oder das Anleiten und
Wiedererlernen von Kochen in der Übungsküche mit den entsprechenden höhenverstellbaren
Materialien. Da ein Hirntumor oft im sprachdominanten Zentrum des Großhirns lokalisiert ist, ist die Logopädie ebenfalls ein äußerst wichtiger Baustein in der Rehabilitation. Der Hirntumor – Patient weist unterschiedliche Sprach- u. Sprechstörungen auf, eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte, entsprechende Testdiagnostik und Einschätzung des Experten der Logopädie steht dabei am Anfang der Therapie. Hierbei sind an leichte Sprachstörungen (Dysarthrie) bis hin zu schweren Wortverständnisstörungen (sensorische Aphasie) zu denken. Häufiges und wiederholtes Trainieren bestimmter Programme (repetetives Lernen) erfolgen dabei teils computerunterstützt und führen oft zu einer Besserung bereits in der Rehabilitation.
Im
Gegensatz zu anderen neurologischen Erkrankungen und Symptomen stehen Schmerzen
bei Hirntumor - Patienten nicht im Vordergrund der Symptome. Daher ist der Fokus
der Physikalischen Therapie eher auf Entspannung und passive Maßnahmen
ausgerichtet. Massagen, Wärme- u. Kälteanwendungen, verschiedene Bäder tragen
hier zu einer objektiven Erholung und Wiedererlangung der ursprünglichen
Situation bei.
Oft
ist die beruflich - soziale Situation bei einem Hirntumor, auch nach erfolgter
Operation, unklar. Daher berät die Sozialtherapie den Hirntumor – Patienten
in der Rehabilitation über die weiteren rechtlichen und formalen Möglichkeiten
wie z.B. berufliche Wiedereingliederung, schrittweise Wiedereingliederung
(„Hamburger Modell“) oder innerbetriebliche Umsetzungen. Selbstverständlich
gehören auch die Beratung von Berentungen (Teil-Berentungen) oder Beantragungen
eines Schwerbehindertenausweises mit entsprechenden Merkmalen ebenfalls in die
Bereiche dieser Abteilung. Nicht nur die psychische Unterstützung, sondern auch
die Auseinandersetzung mit der Erkrankung und die möglichen Veränderungen im
familiär-beruflichen Bereich werden mit der Psychologischen Abteilung in der
Rehabilitation bearbeitet. Dabei sind die Auswirkungen einer Hirntumor –
Erkrankung sowohl für die Betroffenen als auch für das familiär-berufliche
Umfeld oft von enormem Ausmaß.
Grundsätzlich
ist bei den Hirntumor – Patienten auch eine enge Kooperation mit dem Behandler
am Heimatort äußerst wertvoll.
Eine
wichtige medizinische Fragestellung bei Hirntumor – Patienten ist die Kenntnis
über die Wahrscheinlichkeit von cerebralen Krampfanfällen. Diese Informationen
müssen vom Stationsarzt in der Rehabilitation an die genannten Berufsgruppen
weitergegeben werden, ggf. sollten entsprechende Untersuchungen bei bekannter
Epilepsie
im Rahmen der Hirntumor – Erkrankung wie z.B. EEG oder auch Bestimmungen
bestimmter Medikamenten-Spiegel im Blut erfolgen.
Grundsätzlich
ist bei Hirntumor – Patienten zu berücksichtigen, dass der Umgang in der
Rehabilitation stets sehr vorsichtig und schonend sein sollte. Hier setzen die
Diplom-Psychologen an und unterstützen die erfolgreiche Rehabilitation der
Hirntumor – Patienten.
Somit
ist zusammenfassend festzuhalten, dass in der Wicker Klinik Bad Wildungen
Hirntumor – Patienten verschiedener Schweregrade nach individuellen und
ganzheitlichen Therapieprinzipien behandelt werden und sowohl die sozial-familiäre
als auch die berufliche Situation des Betroffenen in der Arbeit mitberücksichtigt
wird. Die Klinik ist nach den Qualitätsgrundsätzen der DIN-EN ISO 9001 zertifiziert. Die Behandlung der Patienten erfolgt nach den Richtlinien und Vorgaben der jeweiligen Kostenträger. Jeder Chefarzt hat eine langjährige Erfahrung aus seinem Fachgebiet, je nach Schweregrad und Krankheitsverlauf werden individuelle Therapien bei den Patienten durchgeführt.
Mit den besten Wünschen für Ihre
Gesundheit!
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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